Real Saragossa – Borussia Dortmund 2:1, UEFA-Pokal 1992

Montag, 7. Dezember 1992, 39.000 Zuschauer im La Romadera in Saragossa, Schiedsrichter Hubert Forstinger (Österreich)

Real Saragossa

Esteban, Seba, Aguado, Andreas Brehme, Cedrun, Franco, Gay, Higuera, Julia, Pardeza, Poyet

Eingewechselt: Garcia

Trainer: John Toshack

Borussia Dortmund

Stefan Klos, Günter Kutowski, Bodo Schmidt, Michael Schulz, Ned Zelic, Michael Lusch, Gerhard Poschner, Knut Reinhardt, Michael Zorc, Stéphane Chapuisat, Flemming Povlsen

Trainer: Ottmar Hitzfeld

Tore

1:0 Poyet (27.)
1:1 Chapuisat (62., Lusch)
2:1 Brehme (90., Elfmeter)

Die Story des Spiels

Im Prinzip erlebte der BVB in dieser UEFA-Pokalsaison die Rückkehr dazu, ein großer Club im deutschen Fußball zu sein. In den 1970er Jahren war der mehrfache Meister und Europapokalsieger von 1966 sogar bis in die Niederungen der 2. Bundesliga abgestiegen. In den 1980er Jahren war er noch ein Mittelklasseteam, das erstmals Mitte der 1980er in den Europapokal zurückkehrte, zuvor aber noch eine haarsträubende Relegation gegen Fortuna Köln gewonnen hatte. Doch dass man mit Trainer Ottmar Hitzfeld den kommenden Meistertrainer bereits auf der Bank sitzen hatte, dass man mit Typen wie Chapuisat, Klos oder Zorc bereits das Gerüst der kommenden Meistermannschaften in seinen Reihen hatte, konnte man damals noch nicht ahnen.

Der Auftakt dieser UEFA-Cup-Saison, genauer gesagt die Auslosung, meinte es jedenfalls gut mit den Dortmunder Borussen. Gegen den FC Floriana aus Malta wurde man gelost. Der war in den zwei Begegnungen chancenlos, insgesamt siegten die Dortmunder mit 7:2 über den Underdog. Weiter ging es in Runde 2 mit einem ganz anderen Kaliber Celtic Glasgow hieß der Kontrahent, der in Runde 1 bereits den 1. FC Köln ausgeschaltet hatte. Das gelang gegen die Dortmunder allerdings nicht. Die Borussen gewannen beide Spiele, setzten sich mit 3:1 nach 180 Minuten durch.

In Runde 3 wartete dann der Gegner aus diesem Video, Real Saragossa, damals durchaus eine Hausnummer auch im internationalen Fußball, nicht zuletzt daran zu erkennen, dass Weltmeister Andreas Brehme hierhin gewechselt war.

Mit seinem Team war Brehme ebenfalls erfolgreich durch die ersten beiden Runden marschiert. Dieses hatte es in der 1. Runde allerdings deutlich schwerer als die Dortmunder. Gegen die Franzosen vom SM Caen setzte man sich nur mühsam mit 4:3 im Gesamtergebnis durch. In Runde 2 folgten dann allerdings zwei Siege gegen Bröndy Kopenhagen. Auswärts gewann man 1:0, zu Hause überrollte man die Dänen dann mit 5:1. Womit man ebenfalls in Runde 3 stand – und den Dortmundern zugelost wurde.

Chapuisat gelingt der wichtige Ausgleich

Das Hinspiel verlor man allerdings spürbar schmerzend mit 1:3 in Dortmund, gleichwohl erzielte man das im Europapokal so wichtige Auswärtstor. Dann erfolgte das Rückspiel in Saragossa, an einem für Europapokalspiele ungewöhnlichen Montag im Dezember.

Vor der Partie waren sich die Anbieter von Sportwetten nicht einig, wer denn mit größerer Wahrscheinlichkeit die nächste Runde erreichen würde. Zumal vielen der Dortmunder Spieler – anders als jenen von Real Saragossa – größere internationale Erfahrung fehlte.

Und die Partie nahm zunächst auch einen Verlauf nach dem Geschmack der Spanier. Mitte der ersten Halbzeit schoss Poyet Real Saragossa in Führung. Nun hatte man noch über 60 Minuten Zeit, einen zweiten Treffer zu erzielen. Dann wären die Dortmunder ausgeschieden. Und den mitgereisten Dortmunder Fans wurde dann doch so langsam ein wenig bange. Denn davon, dass Saragossa nicht zu Torchancen gekommen wäre, konnte nicht die Rede sein.

Doch in der 62. Minute verlor Saragossa den Ball unachtsam im Spielaufbau. Das durfte man sich damals gegen das Schlitzohr Chapuisat nicht erlauben, der ganz schnell vom Strafraum aus abschloss – 1:1, die kalte Dusche für die Spanier, denen plötzlich nicht mal mehr 30 Minuten für mindestens 2 Tore blieben. Immerhin eines gelang ihnen dann noch, allerdings in der Schlussminute. Durch einen Strafstoß von Andreas Brehme gewannen die Spanier das Spiel noch 2:1, fühlten sich aber dennoch völlig zu Recht wie Verlierer. Sie waren ausgeschieden, vor ausverkauftem eigenen Haus und statt ihrer zog der BVB ins Viertelfinale ein. Dass der Weg der Borussen noch bis ins Finale führen würde, konnte man damals natürlich nicht ahnen, war dann aber schon ein Hinweis darauf, was alles für Dortmund in den nächsten Jahren noch folgen sollte, nicht zuletzt der Sieg in der Champions League 1997.





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