Mittwoch, 8. Mai 1974, 4.641 Zuschauer im De Kuip in Rotterdam, Schiedsrichter Arie van Gemert (NED).
1. FC Magdeburg
Ulrich Schulze – Manfred Zapf – Detlef Enge, Wolfgang Abraham – Wolfgang Seguin, Jürgen Pommerenke, Helmut Gaube, Axel Tyll – Detlef Raugust, Jürgen Sparwasser, Martin Hoffmann
Trainer Heinz Krügel
AC Mailand
Pierluigi Pizzaballa – Karl-Heinz Schnellinger – Angelo Anquilletti, Enrico Lanzi, Giuseppe Sabadini – Franco Bergamaschi (60. Alessandro Turini), Romeo Benetti, Gianni Rivera, Aldo Maldera – Alberto Bigon, Carlo Tresoldi
Trainer Giovanni Trapattoni
Tore
1:0 Enrico Lanzi (42., Eigentor)
2:0 Wolfgang Seguin (74.)
Besondere Vorkommnisse
Mit diesem Triumph von Rotterdam holte der 1. FC Magdeburg als einziger Club der DDR (1949-1990) einen Titel im Europapokal.
Beim italienischen Gegner war Giovanni Trapattoni Trainer, der später in der Bundesliga den FC Bayern München und den VfB Stuttgart trainierte. Zudem hielt er mit seinem Bonmot der „Flasche leer“ Einzug in den deutschen Sprachgebrauch.
Dazu fand sich mit Karl-Heinz Schnellinger ein Spieler in den Reihen des AC Mailand, der zwischen 1958 und 1971 deutscher Nationalspieler gewesen war. In seinen 47 Einsätzen wurde er 1958 Vierter der WM in Schweden, 1966 Vize-Weltmeister in England und 1970 WM-Dritter in Mexiko.
Beim Turnier in Mittelamerika hatte Schnellinger im „Jahrhundertspiel“ gegen Italien kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich zum 1:1 erzielt. Dies hatte Kommentator Ernst Huberty zum ebenso bekannten Ausruf „Ausgerechnet Schnellinger!“ verleitet, da dieser bereits seit 1963 in Italien spielte, was damals noch recht ungewöhnlich war.
Zudem war dies das einzige Tor von Schnellinger in seinen 47 Länderspielen. Mit diesem Ausgleich machte Schnellinger die torreiche Verlängerung, die mit 3:2 für Italien endete, überhaupt erst möglich. An jenem Mittwoch im Mai 1974 in den Niederlanden gelang Schnellinger allerdings kein Treffer gegen den 1. FC Magdeburg.
Ebenso auffällig ist die extrem geringe Zahl der Zuschauer in diesem Finale eines Europapokals. Mögen aus der DDR nicht viele Menschen überhaut die Erlaubnis erhalten haben, für diesen Anlass das Land zu verlassen, erstaunt dennoch die absolut gesehen ebenfalls geringe Zahl der aus Italien mitgereisten Zuschauer.